Tummelplatzviertel V

Der ursprüngliche Tummelplatz entstand im Zuge der Neubefestigung im 16. Jh., als Erzherzog Karl zwischen der soeben erbauten Kurtine und der mittelalterlichen Ringmauer einen Tummelplatz, d.h. einen Platz zum Zähmen und Zureiten (=tummeln) der Pferde, anlegen und in der Folge auch Hofstallungen errichten ließ. Innerhalb der Ringmauer hatte Friedrich III. den untersten Bereich von Bürger- und Burggasse den Franziskanern überlassen, die wegen Türkengefahr vom Grillbühel (Bereich der heutigen Technischen Universität) in die Stadt fliehen mussten. Ihr Kloster mit der Leonhardkirche und den Wirtschaftsgebäuden (später Dominikanerinnenkloster und Adeliges Damenstift) umfasste das Areal von der Ringmauer bis zur Salzamtsgasse.

Das Eckhaus zum Tummelplatz (Bürgergasse 13) ist im Kern das Kirchenschiff der Leonhardkirche, die nach der Klosteraufhebung Ende des 18. Jhs. zu einem Wohnhaus umgebaut wurde. Im Hof besteht noch der gotische Kirchenchor mit Strebepfeilern. Das
Haus, Salzamtsgasse 4, weist eine der interessantesten

spätklassizistischen Fassaden mit Philosophenbüsten auf.
Die Hans-Sachs-Gasse entstand Ende des 17. Jh., als nach Beendigung der Türkengefahr der Raum zwischen der mittelalterlichen Ringmauer (heute noch im Durchgang vom Bischofplatz zur Mesnergasse erkennbar) und der südlichen Renaissance-Befestigungsanlage (heute Opernring) zur Verbauung freigegeben wurde. An der Südseite entstand eine Reihe von Adelspalais mit frühbarocken Fassaden mit Pilasterordnung.

Durch Bombenschäden ging ein großer Teil der inneren Gebäudestrukturen verloren. Die längs der Ringmauer errichteten Gebäude sind Bürgerhäuser mit engen Innenhöfen. Sie bilden mit den Häusern der um den gotischen Chor der Stadtpfarrkirche führenden Mesnergasse ein für diesen Stadtteil charakteristisches, kleinteiliges Altstadt-Ensemble. Die Häuser der Mesnergasse haben eine historische Bedeutung (Nr. 7: ehemalige päpstliche Nuntiatur u. Nr. 4: ehemaliges Kaiserliches Hofspital), weisen nach Bombenschäden aber keine baulichen Besonderheiten auf.