Paulustorvorstadt VII

Das Viertel umfasst das obere Ende der Sporgasse, den Karmeliterplatz, die Paulustorgasse, die kleineren Seitengassen – am Fuße des Schloßberges, Stiegen- und Sauraugasse – sowie den noch erhaltenen Befestigungsgürtel zwischen Paulustorbastei und Burgbastei. Angelegt wurde die Paulusvorstadt 1578 unter Erzherzog Karl im Zuge der Neubefestigung von Graz als Schutz der Nordseite der Altstadt und Schlossbergauffahrt.

Die ursprüngliche Besiedlung (katholische Hofbeamte) und die Verbauung wurde durch die Gegenreformation geprägt. Wichtigste Gebäude der Gründungszeit: Die von Poppendorf als eigener Wohnsitz errichtete Burg (später als Palmburg bezeichnet), die beiden Klosteranlagen der Kapuziner (heute Volkskundemuseum) und der Karmeliter (heute Landesarchiv), die päpstliche Nuntiatur (heute Bürogebäude der Landesregierung, Karmeliterplatz 1) sowie die Renaissance-Toranlage „Äußeres Paulustor“.

Im 17./18. Jh. siedelten sich hier Adelige an und errichteten barocke Palais: Palais Prandegg-Galler (Karmeliterplatz 6), Palais Batthiany (Karmeliterplatz 7), Herberstein’sches Haus (Paulustorgasse 4) und Palais Wildenstein (später Lambrechterhof, Paulustorgasse 8). Schließlich erfolgte der Umbau der Palmburg zu einer barocken

Palaisanlage (Saurau’sches Palais, Paulustorgasse 15, 17). Ende 18. bis Anfang 20. Jahrhundert (1786 – 1912) wurde unter Kaiser Josef II. das Kapuziner- und Karmeliterkloster sowie der Lambrechterhof (ehemals Palais Wildenstein, Paulustorgasse 8) und später 1826 wurde in diesen Krankenhauskomplex auch die Palmburg zum ersten Krankenhausviertel von Graz umfunktioniert.
1863 Übernahme des Krankenhauskomplexes durch das Land. Anfang des 20. Jhs. Neubau des Krankenhauses in St. Leonhard.

Karmeliterplatz
Rechteckige Renaissance-Platzanlage von 1578. An der Ecke zur Paulustorgasse ehemaliges Nuntiaturhaus mit Renaissance-Eckerker. An der Südseite ehemalige barocke Palaisbauten mit qualitätsvollen Fassaden (Nr. 6 und 7).

Paulustorgasse
Historischer Straßenzug entlang des östlichen Schlossbergabhanges. Als Fortsetzung der Sporgasse außerhalb der Altstadt bereits in frühgeschichtlicher Zeit von Bedeutung. Stiegenaufgang zur Kirche mit Kapelle, Auffahrtsrampe zur Palmburg (Nr. 15). Ehem. Palais Wildenstein (Nr. 8).