Kernzone Altstadt II

Diese Kernzone umfasst den Hauptplatz als Zentrum der Altstadt mit den angrenzenden Straßenzügen. Im Kern findet sich hier die im 12. Jahrhundert gegründete Marktsiedlung mit planmäßig angelegten Hofstätten. Der für die bairische Landnahme charakteristische Hofstättengrundriss liegt heute noch vielen Gebäuden zugrunde. In der Zeit der Residenz wurden die mittelalterlichen Gebäude unter Beibehaltung der Grundrissstruktur in Renaissance-Formen erneuert.

Die Verbindung ital. Renaissancearchitektur mit Arkadengängen über einem bairischen Hofstättengrundriss ist einzigartig und ein entscheidendes Element für die Aufnahme der Altstadt von Graz in die UNESCO-Liste der Welterbestätten. In der Folge wurden
überwiegend nur die straßen- bzw. platzseitigen Häuser erneuert und erhielten barocke, klassizistische sowie historistische Fassaden.

Die Abfolge und das spannungsgeladene Nebeneinander von qualitätsvollen Fassaden aus der Zeit der Gotik bis zum 19. Jahrhundert sind ein weiteres Kriterium für die UNESCO-Auszeichnung.

Graz gehörte dem Typus der Ackerbürgerstadt an, die Bürger gingen neben dem Gewerbe oder Handel noch der Landwirtschaft nach. Die nach bairischem Muster angelegten Hofstätten besaßen ein Vorderhaus mit seitlicher Einfahrt oder Hausdurchfahrt, dahinter befand sich Hof und Hinterhaus. Vorder- und Hinterhaus waren durch ein so genanntes Mittelhaus verbunden, einem relativ schmalen Flügel, der die Stallungen beherbergte.
Besonderes Merkmal sind die lang gestreckten Innenhöfe mit Arkadengängen.