Joanneumsviertel VI

Das Joanneumsviertel ist der Stadtteil zwischen Raubergasse und Mur mit dem Joanneumskomplex im Zentrum, dem Murseitig gelegenen Andreas-Hofer-Platz und der gründerzeitlichen Verdauung. Die Raubergasse führte ursprünglich entlang der mittelalterlichen Ringmauer.
Im Zuge der Neubefestigung des 16. Jh. wurde die Stadtgrenze durch Bürgerbastei (südlich des Eisernen Tores) und Neutorbastei nach außen erweitert. Obwohl die Raubergasse dadurch näher zum Stadtzentrum rückte, blieb die isolierte Randlage durch die Stiftshöfe Stainzerhof, Vorauerhof und Seckauerhof, zwischen denen es keine Verbindung zum Murufer gab.

Entwicklung im 19. Jahrhundert
Nach dem Abbruch der Befestigungsanlagen ab der Mitte des 19. Jh. erhielt das Areal zwischen Raubergasse und Mur ein vollständig neues Erscheinungsbild. Für die Anlegung der Landhausgasse wurde der barocke Vorauerhof abgebrochen. Anstelle des Seckauerhofes kam das Landesbauamt. Auf dem Areal der abgebrochenen Neutorbastei war zuerst die Anlegung

eines Johanns-Platzes mit Erzherzog-Johann-Denkmal, später ein „Neutorplatz“ mit Technischer Hochschule geplant. Schließlich wurde das gesamte Areal parzelliert und erhielt eine spätgründerzeitliche Blockrand-Verbauung (Neutorgasse, Kalchberggasse).

Der Joanneumskomplex
Im Jahre 1811 erwarben die Landstände den 1675 erbauten barocken St. Lambrechter Stiftshof (später Lesliehof) zur Unterbringung des von Erzherzog Johann gegründeten Landesmuseums und zur Anlegung eines botanischen Gartens auf dem dazugehörigen, bis zur Stadtmauer reichenden Gartengrund. Das so genannte Alte Joanneum in der Raubergasse wurde Ende des 19. Jhs. durch das Neue Landesmuseum Joanneum und die Landesbibliothek erweitert. Während die Landesbibliothek einen Zubau zum Alten Joanneum darstellt, wurde der neue Museumsbau als freistehender historistischer Monumentalbau mit exedraförmigen Vorhof in der Neutorgasse gestaltet.