Glockenspielplatz-Ensemble III

Das Charakteristikum dieses Ensembles, das parallel zur Herrengassenachse und entlang des Terrainanstiegs zur höher gelegenen Stadtkrone verläuft, liegt in der gewachsenen Struktur mit einem überaus abwechslungsreichen Erscheinungsbild.
Entlang der Färbergasse zwischen Sporgasse und Hans-Sachs-Gasse ergibt sich eine Platzfolge mit Färberplatz, Mehlplatz, Glockenspielplatz, Bischofplatz. Teils sind diese Plätze durch Häuserblöcke, teils durch kurze Gassen miteinander verbunden sind. Die östliche Häuserreihe der Färbergasse folgt der ehem. Stadtmauer des 13. Jh., ein ehemaliges Stadttor befand sich in der Abraham-a-Santa-Clara-Gasse. Der Glockenspielplatz dürfte aus dem Freiraum vor dem Stadttor entstanden sein. Auch der Mehlplatz und der Bischofplatz sind als „Freiräume“ bis ins Mittelalter zurückzuführen.

Bauliche Besonderheiten:
Färbergasse, Färberplatz, Mehlplatz, Glockenspielplatz, Enge Gasse und Goldgässchen, Stempfergasse, Bischofplatz.

Im Gegensatz zur gegründeten Marktanlage um Hauptplatz, Sackstraße u. Herrengasse ist der Bereich zw. der Prokopigasse und der mittelalterlichen Stadtmauer allmählich gewachsen. Ursprünglich siedelten sich hier Handwerker und Kleinbürger an. Durch Einbeziehung von Pfarrkirche u. landesfürstlichem Areal in die neue Stadtummauerung des 14. Jh. war dieser Bereich nicht mehr Stadtrand und somit siedelte sich auch der Adel an.
Es entwickelte sich ein spannungsreiches Nebeneinander von großzügigen Palais mit Renaissance- u. Barockfassaden sowie schmalen, kleinbürgerlichen Häusern. An der Wende zum 20. Jh. erhielt das Ensemble das heutige Erscheinungsbild. Durch den Abbruch des ehemaligen Palais Wagensperg, später Färberkaserne, entstand 1904 der Färberplatz. Durch die Errichtung der Glockenspielhäuser mit dem Anziehungsmagnet des Glockenspiels wurde schließlich die Basis für die Entwicklung eines eigenständigen Ensembles unmittelbar neben dem Stadtzentrum gelegt.