Franziskanerviertel, Murseitiger Sack IV

Dieses Viertel liegt beidseitig der Murgasse zwischen Markt und Mur. Das im Mittelalter von Murarmen durchzogene Gebiet, war das Entree zur Altstadt und schloss die überschwemmungsgefährdete Lücke im Befestigungsgürtel. Hier siedelte sich, wegen der Überschwemmungen, die ärmste Bevölkerung an wie Bader, Handwerker und Mühlen, wie auch um 1239 der Bettelorden der Minderen Brüder (heute Franziskanerkloster). Die Bezeichnung,
„In der Höhl“, war für diesen Bereich bis ins 17. Jh. ein Begriff.
Entlang der exponierten Ringmauer siedelten sich im Mittelalter Stiftshöfe und Klosterbauten an. Außerhalb der Wehranlage erstreckte sich das „Kälberne Viertel“ mit Schlacht- und Fleischbänken.
Unter Kaiser Josef II. im Jahre 1782 wurden die Klöster aufgehoben, das hatte zur Folge, dass sich die Stadt öffnete und die Befestigungsanlagen fielen. Auch die Höfe südlich des Franziskanerklosters bis auf Franziskanerkirche mit

Kloster und Lambrechterhof (heute Altes Joanneum) wurden abgebrochen.
Neue Gassen wurden angelegt wie die Albrechtgasse, Landhausgasse und Murkai. Als Stadtturm besitzt die Franziskanerkirche, trotz Turmverbot des Bettelordens einen Kirchturm.

Bauliche Besonderheiten:
Franziskanerkirche, -kloster und -platz; Kapaunplatz, früher Fischmarkt, Obere Neutorgasse „Kälbernes Viertel“; zur Mur Bruchstein-Stadtmauer aus der Mitte des 17. Jh.; Murgasse, der Straßenzug entstand in der heutigen Form nach Abbruch der beiden Murtore (Inneres und Äußeres Murtor) im Jahre 1837; Paradeishof – Protestantische Stiftsschule, an der Johannes Kepler lehrte, im Zuge der Gegenreformation Klosterhof der „Klarissen zu Allerheiligen im Paradeis“; Admonterhof.